Helfen können
Mathematik ist nicht nur Männersache. Vanessa Kääb ist ein gutes Beispiel. Sie arbeitet bei der Kooperationsgemeinschaft Mammographie in der Krebsfrüherkennung. Vanessa Kääb unterstützt die Entwicklung eines Programms zur Krebsfrüherkennung.
Redaktion: Frau Kääb, Sie sind Referentin. Was genau machen Sie?
Vanessa Kääb: Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie koordiniert ein Brustkrebsfrüherkennungsprogramm. Als Referentin bin ich zuständig für die Evaluation des Programms. Meine Aufgaben reichen von der Analyse von Problemen und Prozessen über die Entwicklung entsprechender Konzepte bis hin zur praktischen Umsetzung. Hinzu kommen Gremienarbeit, Vorträge, Veröffentlichungen und interne Berichte und viel Kommunikation, oft auch vor Ort, das heißt bei Ärzten, in kassenärztlichen Vereinigungen oder auch Ministerien.
Redaktion: Wie hilft Ihnen Mathematik dabei?
Vanessa Kääb: Durch meine Ausbildung habe ich vor allem gelernt, sehr strukturiert und systematisch zur denken. Das hilft mir, die auftretenden teilweise sehr komplexen Probleme systematisch zu analysieren und geeignete Lösungen zu entwickeln. Für meine speziellen Aufgaben in der Evaluation benötige ich vor allem Statistik sowie meine Kenntnisse aus der Informatik über Softwareentwicklung und Datenbanken.
Redaktion: Haben Sie ergänzend noch andere Fächer studiert? Welche Schwerpunkte gab es?
???aural:Bildanfang???
Vanessa Kääb???aural:Bildende???
Vanessa Kääb: Im Nebenfach Betriebswirtschaftslehre, dazu kam dann ein Jahr später noch Informatik, ebenfalls als Nebenfach. Ich hatte mich schon während des Studiums vor allem für die angewandten Bereiche der Mathematik interessiert, im Besonderen Graphentheorie, kombinatorische Optimierung und Scheduling, da geht es um Problemstellungen aus der Unternehmens- und Projektplanung. Diese Themen sind für mich aus zweierlei Gründen faszinierend. Zum einen sind die mathematischen Modelle schön, relativ leicht verständlich und können oft auch visualisiert, zum Beispiel auf ein Blatt Papier gezeichnet werden. Zum anderen begegnen einem Graphen und damit auch die Probleme aus der Graphentheorie im täglichen Leben: Jede Straßenkarte oder jeder U-Bahn-Plan ist ein Graph, den kürzesten Weg darin sagt mir das Navigationsgerät oder das Internet mittels mathematischer Lösungsmethoden.
Redaktion: Was sollte man außer guten Mathematikkenntnissen für Ihren Job noch mitbringen?
Vanessa Kääb: Eine gute Kommunikationsfähigkeit sowie die Bereitschaft, sich auf andere Personen und Interessengruppen einzustellen und deren Ansprüche und Bedürfnisse zu verstehen. Außerdem sollte man Spaß am Reisen haben.
Redaktion: Wer oder was hat in Ihrer Jugend Ihr Interesse an Mathematik geweckt?
Vanessa Kääb: Was man kann, macht auch Spaß, sagt man doch. Ich konnte schon immer gut mit Zahlen umgehen und habe gerne Knobelaufgaben und Rätsel gelöst. Die hat mir mein Vater, selbst promovierter Mathematiker, oft gestellt, er kam immer mit interessanten Rechenaufgaben an.
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