Du kannst mehr Mathe, als du denkst: Kalkulierter Ernstfall

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Du kannst mehr Mathe als du denkst


Kalkulierter Ernstfall

Risiken einzuschätzen und zu berechnen ist nur eine seiner Aufgaben: Arnold Waßmer arbeitet bei einer Versicherung. Arnold Waßmer schätzt und berechnet bei einer Versicherung mögliche Risiken.


Redaktion: Herr Waßmer, Sie arbeiten als Mathematiker bei einer Versicherung. Wie kamen Sie zu Ihrem Job?

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Arnold Waßmer: Nach meinem Mathematikstudium wollte ich zwar weiterhin meine mathematische Ader ausleben, aber nicht nur im Umgang mit bloßen Theorien, sondern ganz praktisch, mit anderen Menschen.

Redaktion: Worin genau besteht Ihre Aufgabe?

Arnold Waßmer: Mein Beruf ist sehr vielfältig. Das reicht von der Berechnung von Risiken und Prämien bis zu einer Art mathematischer Telefonseelsorge. Ich unterstütze zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen im Rückversicherungsverkauf bei der Preisfindung.

Redaktion: Also haben Sie viel mit anderen Menschen zu tun?

Arnold Waßmer: Ja, meine jetzige Arbeit ist das ganze Gegenteil vom Elfenbeinturm. Und: Es geht da zum Teil um wirklich große Beträge. Es ist für mich immer noch seltsam, wenn ich über Hagel-Haftungen im Wert von 100 Millionen Euro spreche.

Redaktion: Warum haben Sie Mathematik studiert, was fasziniert Sie an dem Fach?

Arnold Waßmer: Während andere Wissenschaftler sich den Mund fusselig reden, hat der Mathematiker den Luxus, Dinge "ein für allemal" beweisen zu können. Das finde ich beeindruckend.

Redaktion: Können Sie ein Beispiel nennen?

Arnold Waßmer: Mein Vater, ein Landwirt, hat mir beigebracht, dass die Winkelsumme im Dreieck immer 180 Grad beträgt.

Redaktion: Ohne genau zu wissen, warum?

Arnold Waßmer: Genau, erst als mir dann mein Mathelehrer den Beweis gezeigt hat, da hatte das Ding eine Begründung. In gymnasialer Sprache nennt man diese Begründung "Wechselwinkelsatz". Er gilt für alle Dreiecke, egal wie krumm und schief die Dinger sind. Faszinierend, oder?


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