Du kannst mehr Mathe, als du denkst: Die richtige Strategie

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Du kannst mehr Mathe als du denkst


Die richtige Strategie

Diana Poensgen hat Mathematik studiert. Heute analysiert und entwickelt sie Konzepte für Unternehmen: Als Beraterin in einer Consultingfirma ist sie in einem typischen Männerberuf tätig.

Redaktion: Was mögen Sie an Mathematik?

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Diana Poensgen: Mathematik hat mir immer Spaß gemacht, weil ich Freude am logischen Denken habe. Das Schöne ist, dass mathematische Aussagen auf eindeutigen Schlüssen beruhen - es gibt nur wahr oder nicht wahr, und man kann nicht drumrumreden. Eine Behauptung kann man allerdings oft auf mehrere Arten beweisen, und hier kommt für mich die Schönheit der Mathematik ins Spiel: je kürzer der Beweis ist und einfacher zu verstehen, desto schöner ist er für mich. Und: Mathematik wird überall gebraucht, zum Beispiel beim Telefonieren, um Fahrpläne zu erstellen und Aufzüge sinnvoll zu steuern.

Redaktion: Was machen Sie beruflich genau?

Diana Poensgen: Ich arbeite in einer Unternehmensberatung, das heißt ich unterstütze andere Firmen dabei, Lösungen für Probleme zu finden. Bei diesen Problemen geht es zum Beispiel darum, die Prozesse im Unternehmen zu verbessern, ein neues Produkt mitzuentwickeln und auf den Markt zu bringen oder die strategische Ausrichtung der Firma für die nächsten Jahre festzulegen. Dazu arbeite ich gemeinsam mit meinen Kollegen für mehrere Wochen oder Monate direkt vor Ort, führe Interviews durch, analysiere Unternehmensdaten und -zahlen und erstelle Präsentationen mit Empfehlungen.

Redaktion: Wie hilft Ihnen dabei Mathematik?

Diana Poensgen: Mathematik hilft mir auf vielerlei Art und Weise. Insbesondere meine analytischen Fähigkeiten sind gefragt: für die Analyse wirtschaftlicher Zusammenhänge ist logisches Denken eine Grundvoraussetzung. Außerdem muss man häufig mit großen Mengen an Zahlen und Daten arbeiten - hier ist es wichtig, den Überblick zu behalten und immer mal wieder zu prüfen, ob die Zahlen auch plausibel sind, also zum Beispiel, ob die Größenordnungen stimmen.

Redaktion: Ihre Branche gilt als Männerdomäne. Warum eigentlich?

Diana Poensgen: Ich denke, dass liegt daran, dass der Frauenanteil immer noch sehr gering ist. Nicht mal ein Fünftel meiner Kollegen sind Frauen. Dabei können Frauen diese Arbeit ebenso gut wie Männer - aber vielleicht trauen sich Frauen diese Arbeit weniger zu. Viel kommt auf ein selbstbewusstes Auftreten an: man muss oft vor Leuten sprechen, sich frühzeitig eine Meinung bilden und diese im Gespräch mit den Führungskräften des beratenen Unternehmens dann vertreten. Hinzu kommt, dass man eine hohe Einsatzbereitschaft mitbringen muss: man ist ständig unterwegs und arbeitet sehr viel. Ich glaube, spätestens wenn man eine Familie hat, ist es heutzutage als Frau besonders schwer, diese noch mit einem solchen Job zu vereinbaren.

Redaktion: Machen Frauen Mathematik anders als Männer?

Diana Poensgen: Nein, das glaube ich nicht.

Redaktion: Welchen Tipp haben Sie für Mädchen, die sich für ein Mathematik-Studium interessieren?

Diana Poensgen: Ich würde ihnen raten, mal zu einem Schnuppertag an die Uni zu gehen. Oft gibt es auch Vorträge von Mathematikern extra für Schülerinnen und Schüler, bei denen man einen Einblick erhalten kann, was Mathematiker eigentlich so machen. Die Mathematik an der Uni ist doch anders als an der Schule, viel abstrakter. Aber gerade das kann großen Spaß machen! Vielleicht gibt es ja jemandem im Bekanntenkreis, der Mathe studiert, und den sie mal ansprechen können.

Redaktion: Was sollte eine Frau in Ihrer Branche außer Mathe noch können?

Diana Poensgen: Ich denke, als Mathematiker oder Mathematikerin bringt man die analytischen Fähigkeiten bereits mit. Man muss allerdings lernen, dass man anders als beim Mathestudium nicht mehr alles ganz genau machen kann. Es kommt viel mehr darauf an, die wichtigsten Punkte zu erkennen, die richtigen Analysen zu machen und über das weitere Vorgehen auf dieser Basis zu entscheiden. Ein bisschen Unsicherheit bleibt also immer, anders als bei der Mathematik.

Darüber hinaus sollte man sehr kommunikativ sein und gut mit Menschen umgehen können. Zu meinem Job gehört es, zuhören zu können, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und Präsentationen vor Publikum zu halten.  Man sollte auch einigermaßen stressresistent ein, also auch unter Druck noch konzentriert arbeiten können.  Das gilt natürlich alles für Männer genauso wie für Frauen. Und übrigens gibt es beim Gehalt in der Unternehmensberatung keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen - es kommt eher darauf an, wie erfolgreich man ist.


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