Du kannst mehr Mathe, als du denkst: Großes Geld

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Du kannst mehr Mathe als du denkst


Großes Geld

Von A wie Aktienfonds bis Z wie Zertifikate – Anja Nieberding ist Anlageberaterin in einer großen Bank. Das Mathestudium war ihr Startkapital.

Redaktion: Frau Nieberding, wo arbeiten Sie und was machen Sie genau?
Anja Nieberding: Ich arbeite in einer amerikanischen Investmentbank in der Asset Management Abteilung. "Assets" stellen Kapitalanlagen dar, die wir für unsere Kunden anlegen. Im Fall von Unternehmenskunden handelt es sich insbesondere um Pensionsgelder im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Bei Versicherungen sind es die eingezahlten Beiträge der Versicherungsnehmer. Diese Kapitalanlagen managen wir mit dem Ziel, unter Einhaltung bestimmter Vorgaben eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Ich selbst arbeite im Vertrieb und vermarkte unser komplettes Produktspektrum von A wie Aktienfonds bis Z wie Zertifikate (z.B. auf Hedgefonds) an unsere Kunden in Deutschland und Österreich.

Redaktion: Was muss man da alles wissen?
Anja Nieberding: Die Bedürfnisse meiner Kunden stehen immer im Vordergrund. Deren typische Fragen sind beispielsweise: Was ist die optimale Portfoliostruktur? Welche Renditeziele sollen/können angestrebt werden? Welche Risiken dürfen nicht überschritten werden? Welche rechtlichen Vorgaben müssen erfüllt werden? Da muss ich zum Beispiel Anlagegrenzen und Berichtspflichten kennen. Häufig erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden maßgeschneiderte Investmentlösungen und analysieren für sie bestimmte Portfolioalternativen und Marktszenarien.???aural:Bildanfang???Anja_NieberdingAnja Nieberding???aural:Bildende???
Redaktion: Wie hilft Ihnen Mathematik dabei?
Anja Nieberding: Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich an einer Reihe von technischen Analysen gearbeitet, bei denen ich meine Mathematikkenntnisse unmittelbar einsetzen konnte. Heute hilft mir die Mathematik beim schnellen Verständnis komplexer Produkte und Sachverhalte. Am meisten profitiere ich durch strukturiertes Arbeiten und Denken. Diese wichtige Fähigkeit wurde durch das Mathematikstudium besonders gefördert.


Redaktion: Ist Geld Männersache?
Anja Nieberding: Bei Investmentbanken ist es ähnlich wie beim Mathematikstudium: Es gibt mehr Frauen, als man denkt. Meine Kolleginnen und ich sind zuversichtlich, dass der Anteil von beruflich erfolgreichen Frauen nicht nur international, sondern auch in Deutschland weiter steigt. Oft haben wir jedoch den Eindruck, dass sich Frauen die Arbeit bei einer Investmentbank nicht zutrauen. Leider werden viele falsche Bilder über Investmentbanken in den Medien verbreitet. Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß und bietet mir tolle Herausforderungen, Erfolgserlebnisse, Möglichkeiten und Perspektiven. Ich hoffe, dass wir viele weitere Frauen für unser Unternehmen und unser Team begeistern können.

Redaktion: Was sollte eine Frau in Ihrer Branche außer Mathe noch können?
Anja Nieberding: Durch ein Mathematikstudium kann man sich ein tolles Startkapital aufbauen. Mir fällt nur ein einziges Muss ein, das im Mathematikstudium nur am Rande tangiert wird: Internationalität. Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus sowie sehr gute Englischkenntnisse sind wichtige Voraussetzungen, um bei uns und auch in vielen anderen Branchen erfolgreich zu sein. Bei einem Auslandssemester kann man seinen Horizont erweitern, eine Fremdsprache vertiefen und nebenbei viel Spaß haben! Zuletzt ein Aufruf, das Studium zu genießen mit all seinen Freiheiten und doch zielstrebig und zügig abzuschließen. Ein Spagat, der aber zu bewältigen ist – wenn man es will!


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