Du kannst mehr Mathe, als du denkst: Mathematik zum Abheben

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Du kannst mehr Mathe als du denkst


Mathematik zum Abheben

"Bewerbt euch" und "macht euren Traum zum Traumberuf", rät die Pilotin Antje Schäper jungen Mädchen. 

Redaktion: Frau Schäper, Sie arbeiten als Pilotin bei einer bekannten Airline – ein spannender aber auch verantwortungsvoller Job. Wie kamen Sie dazu?
Antje Schäper: Der Wunsch für diesen tollen Job liegt schon ein paar Jahre zurück. Ich bin als Kind sehr oft mit meinen Eltern in den Urlaub geflogen und mich faszinierte das Fliegen schnell. Ständig fragte ich im Flugzeug nach, ob ich kurz ins Cockpit schauen dürfte. Es war und ist etwas Besonderes und hat mich gefesselt.  Mit zunehmenden Alter wurde dann aus der Faszination tiefes Interesse: 90 Tonnen Stahl können fliegen? Wie geht das? - Und so nahm mein Fliegerleben seinen Lauf.

                                             
Redaktion: Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?
Antje Schäper: Der Beruf ist sehr abwechslungsreich und bietet verschiedenste Facetten. Er ist sowohl fliegerisch, technisch als auch menschlich herausfordernd und bietet jeden Tag Neues. In jedem neuen Einsatz arbeite ich mit einer anderen Crew zusammen und erlebe viele verschiedene Charaktere. Jeden Tag hat das Wetter neue Überraschungen parat und auch wenn man die Strecke Frankfurt-Hamburg schon einige Male geflogen ist, ist es jedes mal wieder anders.
                                               
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Redaktion: War Mathematik ein großes Thema in der Ausbildung?
Antje Schäper: Mathematik ist sicherlich wichtig in diesem Beruf und für die entsprechende Ausbildung dazu. Jedoch muss man kein mathematischer Überflieger sein, sondern Grundkenntnisse gut beherrschen. Kopfrechnen ist hier gefragt!
                                       

Redaktion: Ohne Mathematik und Physik gäbe es keine Flugzeuge - muss man Mathe können um Pilotin zu werden?
Antje Schäper: Wie schon gesagt sind es mathematische Grundkenntnisse, keine Integralrechnung etc. Für ein vorausschauendes Fliegen sollte man stets im Kopf Werte überschlagen und berechnen können: den verbleibenden Treibstoff in eine Flugzeit umrechnen oder zum Beispiel den Sinkflug überwachen und überlegen, ob 20 Meilen zum Flugplatz ausreichen um 15000 Fuß Höhe abzubauen.

                                         
Redaktion: Bis vor einigen Jahren waren die Geschlechterverhältnisse über den Wolken noch klar definiert und spiegelten die damals vorherrschende Aufgabenteilung wider. Bekommt man als Frau in der männlich dominierten Luftfahrt diese alten Muster manchmal noch zu spüren?
Antje Schäper: Nein. Dass eine Frau im Cockpit arbeitet gehört inzwischen zum gewohnten Bild. Es sind zwar immer noch erst ca. 6% Frauenanteil im Cockpit aber die männlichen Kollegen machen da in ihrer Zusammenarbeit keinen Unterschied. Unsere Arbeitsabläufe sind dazu noch sehr standardisiert und regeln eine klare Aufgabenteilung.

                           
Redaktion:  Die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Was war zuerst da? Das Interesse an Mathe und Physik oder der Wunsch Pilotin zu werden?
Antje Schäper: Diese Frage ist ähnlich zu beantworten wie auch „Huhn und Ei“:  . Mein Interesse an der Fliegerei und damit der Wunsch Pilotin zu werden, kam sehr früh. Gleichzeitig interessierte ich mich für Naturwissenschaften und war gut in Mathe und Physik.
                                     

Redaktion: Flugunterlagen prüfen, Wetterdaten analysieren, Flugpläne erstellen, Flugrouten festlegen und die Verkehrssicherheit des Flugzeugs und der Instrumente überprüfen... die Liste könnte man noch eine Weile so weiterführen. Sind Piloten Alles-Könner?
Antje Schäper: Alles-Könner sind wir natürlich nicht. Das Aufgabenspektrum in unserem Beruf ist breit gefächert und darauf werden wir in unserer Ausbildung vorbereitet und geschult. Wetterkunde, Luftrecht, Technik aber auch Psychologie und Physiologie sind u.a Gebiete, auf denen wir uns auskennen müssen. Das mag mehr sein  als in anderen Berufen, macht uns aber nicht zu Supermännern/ -Frauen.

                                   
Redaktion:  Welchen Ratschlag würden Sie jungen Mädchen, die auch davon träumen Pilotin zu werden, mit auf den Weg geben?  
Antje Schäper: Bewerbt euch! Der Beruf Pilotin ist eine tolle Wahl und ein Weg, den ich immer wieder gehen würde. Selbst für die spätere Familienplanung ist gesorgt. Ein Kinderwunsch beeinträchtigt nicht die Karriere, es gibt entsprechende Teilzeitmodelle und der Arbeitsplatz im Cockpit ist dahingehend sicher. Es spricht wirklich nichts dagegen, sich als Frau für den Job als Pilotin zu bewerben.
Macht euren Traum zum Traumberuf!


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